Biodiesel (RME)

„Biodiesel“ ist ein Kraftstoff der aus dem Öl der Raps-Saat gewonnen wird. Das Rapsöl ist aber im Rohzustand für herkömmliche Dieselmotoren nicht zu verwenden. Das Öl muss zunächst in einen Kraftstoff (RME, auch „Biodiesel“ genannt) umgewandelt werden, welcher ähnliche Eigenschaften hat, wie der Dieselkraftstoff selbst.

Um Biodiesel verwenden zu können, sollte allerdings eine ausdrückliche Freigabe des Autoherstellers vorliegen.

RME hat die Eigenschaft eines Lösungsmittels und greift Kunststoffe an. Kunststoffe werden im Kraftstoffsystem im Allgemeinen bei Schläuchen und Dichtungen der Einspritzpumpe verwendet.

Daher sind Schäden bei dauerhaftem Betrieb mit RME nicht ausgeschlossen, wodurch auch die Garantie- und Gewährleistungsansprüche des Herstellers erlischen können.

Bei häufigem Stadtverkehr besteht zudem die Gefahr der Verdünnung des Motoröls. Das erfordert häufigere Ölwechsel, als durch den Hersteller angegeben ist.

Freigaben der Hersteller kollidieren zudem öfters mit der Gewährleistung der Zulieferer. So gibt der Fahrzeughersteller, z.B. VW, ein Fahrzeug für den Betrieb mit Biodiesel frei, der Hersteller der Kraftstoffpumpe, z.B. Bosch, sein Produkt häufig jedoch nicht. Dieses kann zu Problemen bei Gewährleistungs- und Kulanzansprüchen führen.

Vorteile von Biodiesel gegenüber herkömmlichem Diesel sind vor allem der um bis zur Hälfte verminderte Dieselruß (bei Motoren ohne Partikelfilter), sowie das RME praktisch schwefelfrei ist.



Die häufig beschriebene „CO2-Neutralität“, bei der nur soviel CO2 abgegeben wird, wie zuvor von den Rapspflanzen aufgenommen wurde, stimmt nicht ganz.

Beim Anbau, der Ölgewinnung und letztlich bei der Umwandlung in Biodiesel werden bisher meistens konventionelle Energien verbraucht. Laut Umweltbundesamt kann allerdings eine CO2-Minderung von bis zu 65% erreicht werden.

Nachteilig ist, dass sich die Qualität bei längerer Lagerung deutlich verschlechtert. Daher sollte man unter einer Kilometerleistung  von 10.000 km pro Jahr kein Biodiesel verwenden. Auch bei einer Temperatur unter -10 Grad

Sollte man eher auf herkömmlichen Diesel zurückgreifen.

Tankstellen gibt es in Deutschland mittlerweile fast 2000 Stück. Die Preise für Biodiesel schwanken regional, sind allerdings im Durchschnitt 15 Cent pro Liter günstiger, als herkömmlicher Diesel. Das ergibt sich vor allem aus dem Steuervorteil, den Biodiesel gegenüber herkömmlichem Diesel hat.

Biodiesel wird allerdings seit den 01.August 2006 mit 9 Cent  je Liter besteuert. Die Steuern werden stetig, zu Beginn jeden Jahres, erhöht (in der Regel 6 Cent pro Jahr). 2012 wird dann der endgültige Steuersatz von 45 Cent je Liter erreicht. Im vergleich dazu wird herkömmlicher Diesel zurzeit mit 47 Cent je Liter beteuert.

 



 

 

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